Funkamateure sollten mit der Zeit Schritt halten


Funkamateure sollten mit der Zeit Schritt halten

Aus Südafrika kommt eine Stimme, die zu einer "Renaissance" des Amateurfunks aufruft.

Quelle: SARL, (Südafrikanische Radio-Liga), Übersetzung: Tom Kamp, DF5JL 

Funkamateure sollten mit der Zeit Schritt halten

Funkamateure hinterließen in der Geschichtsschreibung deutlich ihre Spuren, als sie die Möglichkeit entdeckten, über Funk auf den Kurzwellenbändern weltweit zu kommunizieren, indem sie die Funktelegraphie benutzten, was der richtige Begriff für CW ist. 

Zehn Jahre später entdeckten sie, dass auf UKW Funkkontakte über eine Sichtverbindung hinaus möglich sind, zur Überraschung der damaligen Funkexperten.

Unsere frühen Funkamateure waren echte Experimentatoren, Forscher und Pioniere, und sie entwickelten die Technologien im Amateurfunk in ihrer Zeit immer weiter. Heute sind viele Funkamateure nicht mehr daran interessiert, zu experimentieren, sondern sie möchten nur noch Spaß mit ihrem Hobby haben. 

Viele Kurzwellen-Rundfunkstationen haben geschlossen, und kommerzielle Funkdienste sind auf die Satellitenfrequenzen gewechselt, wo Digitales Satellitenfernsehen (DVB-S) bereits gut etabliert ist. Dazu gehört auch der Seefunkdienst, der die Kurzwelle und auch die Morsetelegraphie auf den Seewegen benutzte, bis auch er zum Satelliten wechselte und nun hier über Sprach- und Datenverbindungen kommuniziert. Es ist das VHF-, UHF- und SHF-Spektrum, das heute von der kommerziellen Funkwelt sehr gefragt ist. 

Alles bisher Genannte bedeutet nicht, dass Funkamateure die Kurzwelle oder CW aufgeben sollten, aber sie sollten versuchen, mit den gegenwärtigen Entwicklungen Schritt zu halten und ihre Kenntnisse über das VHF-Spektrum und die höheren Frequenzen zu erweitern, wo die Zukunft des Funks einschließlich der digitalen Kommunikation liegt. 

Die IARU ist bereits besorgt über das mangelnde Interesse der jüngeren Generationen am Amateurfunk, und wenn es weiter nachlässt, dann ist sein Überleben fraglich. Die jüngeren Generationen sind sehr computerbezogen, ihre Interessen unterscheiden sich deutlich von denen der Oldtimer von Vorvorgestern im Amateurfunk, und wir sollten uns das vor Auge halten. Der Amateurfunkdienst braucht eine Renaissance, und der erste Schritt dazu ist, sich von dieser Hobby-Haltung zu lösen und zu erkennen, dass es eine Amateurfunkwissenschaft ist, mit Experimenten, Forschung und Pioniergeist.

Zweitens sollte der Amateurfunkdienst sein Feld erweitern und die Radioastronomie für die zukünftige Weltraumkommunikation mit einschließen, die derzeit eine Distanz von mehr als 21 Milliarden Kilometern zur Erde überbrücken kann. Ein breiteres Funkfeld, das durch die neueste Funktechnik erweitert wird, wird spannender, attraktiver und hat einen viel größeren Reiz für die neuen Generationen mit ihrem offenen und anspruchsvollen Geist. Sie werden die neue Ära der Raumfahrt in den nächsten zehn Jahren miterleben, und das könnte die Lebensdauer des Amateurfunkdienstes für weitere 100 Jahre verlängern. 

Mike Bosch ZS2F, SARL (Südafrikanische Radio-Liga)

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Quelle: http://www.oevsv.at/oevsv/aktuelles/Funkamateure-sollten-mit-der-Zeit-Schritt-halten/

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